Die Nase und ihre Nebenhöhlen

Der Kopf ist ja, anatomisch betrachtet, eine Mehrzweckwaffe. Man kann mit ihm gleichzeitig sehen, hören, riechen, denken, schmecken, sprechen und spucken. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass man zum Hören und Sehen jeweils zwei, unabhängig voneinander arbeitende, Organe hat, zum Schmecken, Spucken, Sprechen jedoch nur eins. So ist es auch fürs Riechen und Denken – jeweils nur eins.

Wenn man in Rechnung stellt, dass das Gehirn eines Menschen viermal größer ist, als das Herz kommt man nicht umhin festzustellen, dass manche Menschen ein sehr kleines Herz haben müssen und zu bedauern sind. Aber das Hirn ist ein eigenes Thema, wir wollen uns hier auf die Nase konzentrieren.

Die Nase – eine Fehlkonstruktion

Die Nase ist ja an sich ein Unikum und wurde vermutlich von Anfang an verkehrt herum eingebaut. Man erkennt das daran, dass die Wurzel oben ist, der Rücken vorne und die Flügel unten. Andererseits, wäre die Wurzel unten, der Rücken hinten und die Flügel an der Seite, sähe der Mensch seltsam aus. Zu allem Überfluss würde es auch noch in die Nasenlöcher hinein regnen. Sie war wohl irgendwie noch nicht ganz fertig, als sie erstmals benötigt wurde, die Nase.

Das würde auch einige andere Probleme erklären, die man mit der Nase hat. Beispielsweise die Nebenhöhlen der Nase, die offensichtlich zu nichts anderem da sind, als sich zu entzünden und damit den Produzenten von Papiertaschentüchern ein gutes Auskommen zu sichern. Es handelt sich um Hohlräume, die aus irgendeinem Grunde nachher keine Verwendung fanden.

Grundsätzlich ist die Nase für eine der wichtigsten Funktionen des Menschen vorgesehen, das Atmen. Allerdings ist auch hier die Sache nicht zu Ende gedacht. Sind die Nebenhöhlen entzündet, ist die Nase meist verstopft und das Atmen wird schwierig, wenn nicht unmöglich.

Der Mund als Ersatznase

Vermutlich war deshalb von Anfang an der Mund als Ersatzatmungsgerät vorgesehen. Leider muss man jedoch auch hier von einem nicht vollständig und richtig ausgereiften System sprechen. Der Mensch neigt dazu, alles, was möglich ist, auch ausprobieren zu wollen. In der Folge versuchen manche Menschen gleichzeitig zu essen, zu atmen und zu sprechen. Dies sollte man jedoch nur dann gleichzeitig erledigen, wenn man in der Lage ist, die einzelnen Vorgänge perfekt zu koordinieren.

Das dies nicht immer gelingt erkennt man spätestens dann, wenn jemand mit verkniffenen Lippen vor einem sitzt und einen roten Kopf bekommt. Dies ist meist die Folge fehlerhafter Koordination beim Atmen und man tut gut daran, sich in solchen Momenten an die Seite der betroffenen Person zu begeben. Einerseits kann man ihm lobend auf die Schulter klopfen, andererseits werden sich die verkniffenen Lippen aus akutem Luftmangel irgendwann öffnen, da sich etwas widerrechtlich anstatt in die Speiseröhre in die Luftröhre verirrt hat. Damit betroffene Menschen wieder atmen können, muss der Gegenstand abgehustet werden, was wiederum unschöne Konsequenzen für das direkte Gegenüber haben kann.

Autor: Jürgen Hess, Campinohaus

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