Heuschnupfen: Allergie-Alarm

Jährlich steigt die Anzahl derer, die von Heuschnupfen geplagt werden, deutlich an. Über das „Warum“ rätselt die Forschung nach wie vor. Warum aber findet niemand hieb- und stichfeste Fakten?
Bei vielen Menschen beginnt es schon in der Kindheit: im Frühjahr beginnt, ohne augenscheinlichen Grund, die Nase an zu laufen und die Augen tränen. Als Betroffener fühlt man sich häufig schlapp und geht davon aus, eine Erkältung erwischt zu haben. Die wenigsten gehen davon aus, an Heuschnupfen zu leiden. Auch Ärzte erkennen den Heuschnupfen häufig erst spät. Das Unheil, welches der Heuschnupfen mit sich bringt, nimmt fortan seinen Lauf.

Häufig verlagern sich die Beschwerden der Atemwege im Verlauf der Erkrankungsjahre weg von den oberen Atemwegen hinein in den bronchialen Bereich. Daraus resultiert nicht selten eine asthmatische Erkrankung, die chronisch ist. Dank moderner Medikamente lässt sich die Krankheit gut im Griff halten. Obwohl bei einigen Heuschnupfenpatienten eine Therapie (Desensibilisierung) erfolgreich verläuft, haben andere Erkrankte weniger Glück – sie müssen ihr Leben lang mit dem Heuschnupfen klarkommen. Sie leben mehr oder weniger mit und neben dem Pollenflugkalender.

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Hilfe – wenn die Abwehr nicht richtig funktioniert

Dass mit Allergien wie dem Heuschnupfen nicht zu spaßen ist, stellt sich sonnenklar heraus. Das Problem ist, dass viele (vor allem Nicht-Betroffene) den Heuschnupfen als eine triefende Nase und Augenjucken abtun, ohne den Ernst dahinter zu verstehen. Unbehandelt können sich Allergien zu chronischen Leiden auswachsen, deren Vorhandensein in der Regel mehr oder minder deutliche Einschränkungen im Leben verlangen.

Der Fachterminus unter Experten, welcher für diesen Übergang von akuten zu chronischen Beschwerden verwendet wird, lautet „Etagenwechsel“. Erschreckend ist, dass diverse Studien davon ausgehen, dass bereits rund ein Drittel der gesamten Bevölkerung Deutschlands unter Allergien leidet – mit ansteigender Tendenz! Glücklicherweise gibt es auch positive Nachrichten: werden die Allergien frühzeitig als solche erkannt und behandelt, lassen sie sich in der Regel gut in den Griff bekommen. An effektiveren und personalisierten Therapien wird seitens der Forschung gearbeitet.

Bei diesen Forschungen geht es dabei immer um die Schlichtung des „Missverständnisses“ im Körper, denn die meisten Allergene (allergieauslösende Stoffe) sind für gewöhnlich vollkommen harmlos. Die Übeltäter bei Heuschnupfen beispielsweise, also Blütenpollen, bleiben für gewöhnlich in den Schleimhäuten von Nase und Mund hängen, wo sie keinerlei Schaden anrichten können.

So ähnlich sieht es auch bei Tierhaaren, Milbenkot und bestimmten metallischen oder chemischen Stoffen aus. Bei Allergikern allerdings erzeugt der Körper eine Art „Fehlalarm“ und hält die genannten Stoffe für gefährliche Eindringlinge, die bekämpft werden müssen – er startet die Verteidigung: es werden Antikörper produziert, die die Ausschüttung von Anti-Histamin in den Zellen aktivieren.

Anti-Histamin ist der Botenstoff, der als Ursache für laufende Nasen, Rötungen, Schwellungen und tränende Augen ausgemacht wurde. Noch schlimmer kann es werden, wenn ein Allergen direkt in die Blutbahn gelangt – etwa bei Stichen durch Insekten oder durch die Aufnahme bestimmter Lebensmittel. In solchen schweren Fällen kann durch das Allergen ein sogenannter anaphylaktischer Schock ausgelöst werden, der zu Bewusstlosigkeit und Atemstillstand führen kann. Gefährdete Personen müssen dementsprechend ein Notfallset mit sich führen, in dem die wichtigen Medikamente vorhanden sind.

BerLaText

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