Schilddrüse: Zu viel oder zu wenig – optimal ist nur die richtige Menge

Wie alle Organe des Menschen ist auch die Schilddrüse durchaus anfällig für Störungen. Speziell bei der Schilddrüse kann durch diverse Problemstellungen die Funktion beeinträchtigt werden – was entweder in einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse mündet. Die Folgen sind bei beiden Formen der Störung durchaus erheblich und führen unbehandelt langfristig zu weitaus schwerwiegenderen Folgeproblemen.

Unterfunktion der Schilddrüse

Wenn die Schilddrüse zu wenige Hormone bildet spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Die direkte Folge davon ist, dass sich der Stoffwechsel so weit herunterfährt, dass er nur noch auf Sparflamme läuft. Ständige Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Lethargie, Antriebsarmut, Verstopfung, stark verringerte körperliche Leistungsfähigkeit und starke Gewichtszunahme sind die Folge, wobei je nach Mensch unterschiedliche Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Bei Personen, die an einer starken Unterfunktion der Schilddrüse leiden, wirkt es beim Sprechen gelegentlich so, als wären sie alkoholisiert oder unter Drogen. Auch gehört die Neigung, schnell zu frieren, zu den Begleiterscheinungen der Schilddrüsenunterfunktion. Die am stärksten ausgeprägte Auswirkung einer Unterfunktion ist allerdings die starke Gewichtszunahme, da der Körper den Energieverbrauch auf ein absolutes Minimum drosselt.

Überfunktion der Schilddrüse

Sobald die Schilddrüse mehr Hormone produziert als der Körper benötigt, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion. Der Stoffwechsel läuft dadurch ständig unter „Volllast“. Im Ergebnis leidet man häufig unter ausgeprägter Gereiztheit und Nervosität. Auch Schlafstörungen, starkes Schwitzen und Durchfall gehören zu den Symptomen der Überfunktion. Ausgeprägt ist auch die starke Gewichtsabnahme, obwohl man viel Nahrung konsumiert.

Die Struma – „so überflüssig wie ein Kropf“

Die Vergrößerung der Schilddrüse ist als Krankheit indiziert und wird als Struma (Kropf) bezeichnet. Weltweit betrachtet ist die Struma die am häufigsten auftretende Schilddrüsenerkrankung. Am häufigsten tritt der Kropf in Regionen auf, die kaum oder keinen Zugang zu Seefisch haben und dementsprechend in sogenannten „Jodmangel-Gebieten“ leben. Wenn langfristig zu wenig oder überhaupt kein Jod aufgenommen wird, kann die Schilddrüse keine adäquaten Mengen der so wichtigen Hormone herstellen, was in eine Unterfunktion mündet und schlussendlich zu einer vergrößerten Schilddrüse führt. In vielen Lebensmitteln ist heute durch Zugabe von Jod der Jodmangel beseitigt – vor allem über das Jod-Salz wird die Zufuhr großflächig gewährleistet, weshalb ein sehr großer, auffälliger Kropf mittlerweile kaum mehr vorkommt.

Jodmangel bleibt trotz verbesserter Versorgung ein Problem

Obwohl die Versorgung mit Jod durch die Lebensmittelindustrie wesentlich verbessert wurde darf man sich davon nicht täuschen lassen – auch heutzutage leidet rund die Hälfte der Bevölkerung unter Jodmangel. Zwar nicht in einem kritischen Maß, jedoch deutlich feststellbar. Auch ist medizinisch belegt, dass trotz der guten Jodversorgung in Deutschland rund jeder dritte Erwachsene eine leicht vergrößerte Schilddrüse sein Eigen nennt, obwohl sie weder sicht- noch spürbar ist.

Beschwerden durch eine vergrößerte Schilddrüse stellen sich erst dann ein, wenn die Vergrößerung bereits deutlich fortgeschritten ist. Je größer der Kropf wird desto häufiger stellt sich ein Engegefühl im Hals ein – das Globusgefühl (Kloß im Hals, der sich nicht wegräuspern lässt). Das führt zu Schwierigkeiten beim Schlucken und kann sogar zu Atembeschwerden führen. Wenn solche Symptome auftauchen lässt sich per Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse leicht feststellen, wie weit die krankhafte Veränderung bereits fortgeschritten ist.

Hier ein Video zur Schilddrüse.

Vorbeugung durch Jodsalz und Seefisch

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Auf der Grundlage des Wissens, dass Struma durch Jodmangel entsteht, wird die Medikation über die Zugabe von Jod und Schilddrüsenhormone in Tablettenform begonnen. Wenn zwingend notwendig kann auch eine Operation Abhilfe verschaffen. Viel besser aber als die Behandlung eines Kropfs ist die Vorbeugung über die ausreichende Versorgung mit Jod. Am allerbesten funktioniert die Versorgung mit dem Spurenelement über den regelmäßigen Verzehr von Seefisch und der Nutzung von jodiertem Salz beim Würzen aller Speisen.

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