Blutvergiftung – Sepsis

Was versteht man unter Sepsis? Dieser aus dem Lateinischen stammende medizinische Fachbegriff bezeichnet die landläufig als Blutvergiftung bezeichnete Infektion. Bei jeder Entzündung mit bakteriellen Auslösern kann es zu einer Sepsis kommen, also auch bei einer Nebenhöhlenentzündung. Doch wieso kommt es viel häufiger als angenommen zur Blutvergiftung, warum ist sie so gefährlich und was sollte man beachten bzw. was kann man dagegen tun? Dann gibt es noch Sonderformen, wie die Wundrose (Erisypel), die auch zu den Infektionskrankheiten zählt, welche der Volksmund Blutvergiftung nennt. Hier wollen wir ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Was ist die Sepsis, welche Bakterien spielen eine Rolle?

Die Blutvergiftung (Sepsis) wird durch Bakterien ausgelöst. Das können beispielsweise Streptokokken oder Staphylokokken sein. Der Streptococcus ist ein Bakterium, welches sich aus den lateinischen Bezeichnungen streptós und kókkos zusammensetzt und soviel wie geflochtener Kern bedeutet. Das kommt daher, dass die rundlichen Bakterien kettenförmig angeordnet sind und daher wie eine geflochtene Schnur aus einzelnen Körnern aussehen.

So harmlos sie sich darstellen, sind sie leider nicht. Es gibt verschiedene Arten dieser Bakterien. Allein von Streptococcus pneumoniae, dem Auslöser der Lungenentzündung, kennt man inzwischen mehr als 80 unterschiedliche Stämme. Einieg Streptokokken greifen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an und bauen das Hämoglobin ab. Diese trifft man auch in einer gesunden Mundhöhle an. Zu viele einer bestimmten Gattung können Auslöser einer Entzündung der Herzinnenhaut sein, einer Endokarditis. Streptococcus mutans gehört dazu, wobei dieses Bakterium auch die Entstehung von Karies fördert. Am häufigsten findet man Streptokokken bei Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

Schon Neugeborene können bestimmte Streptokokken in sich tragen, wobei die Bakterien sogar eines der Geburtsrisiken darstellen. Entbindet die Mutter natürlich, werden die Kokken übertragen. Sie können vor allem bei Frühchen zu Blutvergiftung (Sepsis), Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Lungenentzündung (Pneumonie) führen. Man findet diese Bakterien im Dammbereich oder in der Vaginaregion, indem der Arzt einen abstrich nimmt. Vom Blasensprung bis zu den ersten Wehen wird die Gebärende mit Antibiotika behandelt.

Der Staphylococcus hingegen sieht unter dem Mikroskop Weinbeeren ähnlich, wobei die Bakterien traubenförmig aneinanderhängen. Daher rührt auch sein lateinischer Name. Diese Bakterien bewegen sich nicht selbst. Es gibt auch hier wieder viele Arten und Stämme, darunter den Staphylococcus aureus, den „Hauskeim“ in Krankenhäusern. Die Bakterien besiedeln als Krankheitserreger, so genannte Pathogene, die Haut und insbesondere die Schleimhaut. Nicht nur Menschen müssen sich mit Staphylokokken herumplagen, auch Warmblüter haben ein Erkrankungsrisiko. Das Bakterium ist weit verbreitet, z. B. in Wasser, Lebensmitteln oder in der Luft.

Was die Blutvergiftung zu einer auch heute noch tödlichen Gefahr werden lässt, lesen Sie in den nächsten Beiträgen zum Thema Sepsis.

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